Einleitung

StichstreckeGleisrest der VerbindungsbahnWer auf der Landesstraße 3117 durch Neu-Isenburg nach Osten in Richtung Zentrum unterwegs ist, sieht rechts von sich, flankiert von zwei Baumreihen, das Gleis der ehemaligen Verbindungsbahn zum Güterbahnhof. Schienen im Dornröschenschlaf sind heute weder ein seltener noch sonderlich bemerkenswerter Anblick, denn bei keinem anderen Verkehrs- und Transportmittel ist in den vergangenen Jahren der Rückzug aus der Fläche deutlicher geworden als bei der Bahn. Vielerorts sind - bis auf ein paar wenige, in ihrer Umgebung seltsam deplatziert wirkende Relikte, deren frühere Funktion und Bedeutung sich kaum erahnen lässt - alle Spuren eines Bahnbetriebs bereits gänzlich verschwunden.

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Der Güterbahnhof Neu-Isenburg (Stadt)

Güterbahnhof Neu-Isenburg 2010Der Güterbahnhof Neu-Isenburg (Stadt)Bis Anfang der 80er Jahre verfügt der Güterbahnhof noch über umfangreiche Anlagen auf dem etwa zweieinhalb Hektar großen Gelände im südlichen Stadtzentrum von Neu-Isenburg. Im Norden und Süden von der Carl-Ulrich- bzw. Schleussnerstraße begrenzt, enden die Gleise im Osten seit den 60er Jahren an der Frankfurter Straße während sie im Westen auf Höhe des Bahnübergangs Hugenottenallee in einer Gleisharfe zusammengeführt werden und in die Stichstrecke zum Isenburger Bahnhof münden. Zwar lassen sich heute aufgrund der Neugestaltung des gesamten Geländes die damaligen Begebenheiten nur teilweise erahnen, einer der zentralen Punkte, das zweigeschossige Verwaltungsgebäude mit dem anschließendem Güterschuppen, ist aber erhalten geblieben.

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Stichstrecke nach Neu-Isenburg (Stadt)

Die von der Deutschen Bahn AG mit der Nummer 3652 geführte Stichstrecke nach Neu-Isenburg Stadt beginnt am Gleis 1 vor dem Empfangsgebäude des Bahnhofs Neu-Isenburg und überwindet in ihrem Verlauf zum Güterbahnhof einen Höhenunterschied von sechs Metern. Am südlichen Bahnsteigende zweigt sie, von der weiter in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Main-Nackar-Bahn, nach Osten ab, kreuzt dann zwischen der Autozugverladung und dem südlichen Rangierfeld deren Gleise bevor sie nach ca. 400 Metern die Brücke der L3117 unterquert. Es folgt eine 90° Kurve entlang einiger Kleingärten am südwestlichen Stadtrand bis das Gleis schließlich in Ost-West-Richtung parallel zur heutigen Carl-Ulrich-Straße (vormals Gleisstraße) verläuft. Von ehemals sechs Bahnübergängen im Stadtgebiet sind drei erhalten geblieben, die anderen haben als Halte- und Parkbuchten die Zeit überdauert, darüber hinaus zweigten ursprünglich mehrere private Firmen-Gleisanschlüsse nach Süden ab bevor sich das Stammgleis nach 2,1 km auf Höhe der Hugenottenallee in die Gleisharfe des Güterbahnhofs auffächert. Zeitweise reichte das Stammgleis sogar bis über die Frankfurter Straße hinaus, allerdings wurde die Teil der Strecke bereits in den 60er Jahren wieder zurückgebaut.

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Die BfB Verwertungsstelle

verwertungsstelle 2Leere Fässer lagern in der BfB VerwertungsstelleAn der Südseite der Schleussnerstraße gelegen, prägt der rote Ziegelbau der Verwertungsstelle seit den zwanziger Jahren das Stadtbild von Neu-Isenburg. Das zu Anfang kurze Zeit von der Firma Jung, einem Hersteller der bekannten Frankfurter Würstchen, genutzte Gebäude mit seinen markanten Halbsäulen und dem zentralen Torbogen wurden bereits 1921, zeitgleich mit der Errichtung des Gleisanschlusses von der damaligen Reichsmonopolverwaltung für Branntwein übernommen. Als einer der ersten Kunden der Verbindungsbahn nach Neu-Isenburg Stadt war der Bundesbetrieb über viele Jahre ein bedeutender Arbeitgeber in der Stadt.

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