Betrieb am Verladeterminal Neu-Isenburg 1991Überregionale Bedeutung erhält der Isenburger Bahnhof aus seiner Funktion als Autoreisezugterminal, seit 1961 verfügt er als einzige Station in Hessen über eine entsprechende Verladestelle. Die Auswahl erfolgte dabei aufgrund seiner geographisch günstigen Lage; zentral im Rhein-Main-Gebiet gelegen und durch das naheliegende Frankfurter Kreuz gut an die Autobahnen 3 und 5 angebunden erstreckt sich sein Einzugsraum bis in die benachbarten Bundesländer.
Dank des Abzweigs Forsthaus erreichen Reisezüge aus der Richtung Mainz/Düsseldorf den Bahnhof Neu-Isenburg direkt und vermeiden damit einen Umweg über den Frankfurter Hbf nehmen zu müssen. Darüber hinaus war die bereits vorhandene Infrastruktur vor Ort von Vorteil, da durch die Gleisanlagen der südlichen Rangierstelle der Verladevorgang ohne Behinderung des übrigen Bahnverkehrs erfolgen kann.
Charme der 70er: Wartehalle für ReisendeUrsprünglich wurde für die Autoverladung das zur Laderampe führende, heutige Gleis 14 genutzt und mit einer Rampenwageneinheit ausgestattet. Die gute Annahme des Angebots, die sich in einer stark wachsenden Zahl von Nutzern bemerkbar machte, erforderte jedoch bald einen Ausbau der Anlagen, woraufhin 1968 die Rampe verbreitert und ein zweites Gleis im Bereich der früheren Ladestraße verlegt wurde. Dieses später mit der Nummer 16 versehene Gleis erhielt einen weiteren Rampenwagen und wurde über eine doppelte Kreuzungsweiche angebunden. Außerdem errichtete man 1975 zwischen Laderampe und Hausbahnsteig, an der Stelle des früheren Stellwerks einen eigenen Warte- und Beratungsraum.
DB AutoZug 365 813-5Heute wird die Verladestelle von der DB AutoZug GmbH, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG genutzt. Dabei hat in den letzten Jahre vor allem der Anteil der Motorradfahrer deutlichen zugenommen, welche die im Sommer angebotenen Routen nach Narbonne (F) und Alessandria (I) nutzen. Als Lok für die Verschubdienste ist im Bahnhof Neu-Isenburg 365 813-5 von DB AutoZug stationiert. An einem
Reger Betrieb bei der Autoverladung Betriebstag läuft der Rangiervorgang in der Regel so ab, dass die Autotransportwagen nach dem Beladen über Gleis 13 nach Gleis 11 gezogen und dort abkuppelt werden. Danach setzt die Lok über Gleis 10 um um die Waggons erst zum Hausbahnsteig zu ziehen und anschließend von dort aus an das Ende des auf Gleis 9 wartenden Autoreisezug zu drücken (vergl. Gleisplan).