Ehemalige Gleisanschlüsse im Stadtgebiet

Die Verbindungsstrecke nach Neu-Isenburg (Stadt) wurde seit ihrer Eröffnung im Jahr 1903 als reine Güterstrecke betrieben. Sie war ein wesentlicher Faktor bei der Erschließung des südlichen Industriegebietes der Stadt und Anreiz für die Ansiedlung von Unternehmen. Viele Betriebe nutzten im Laufe der Jahre die Möglichkeit mittels einem eigenen Gleisanschluss ihre Produkte per Bahn zu beziehen oder zu verschicken. Die nachfolgende Auflistung bietet hierzu einen Überblick und stellt die Firmen im einzelnen vor.
 
Zur besseren Dokumentation der teilweise längst verschwundenen Betriebe werden immer historische Fotos - vielleicht sogar von einer Bedienung eines der Gleisanschlüsse - , Unterlagen und weiterführende Informationen gesucht. Das Kontaktformular bietet eine einfache Möglichkeit zur Mithilfe um diese Seiten zu erweitern.
 
Anschluss:
 
Streckenkilometer:
0,0
 
Der größte Gleisanschluss im Isenburger Stadtgebiet gehörte dem international tätigen Baukonzern Philipp Holzmann. Als einziger westlich der Main-Neckar-Bahn gelegent zweigte er direkt aus der Hauptstrecke ab und verfügte über eine eigene Werksbahn. 
Angelegt:
Abgebaut: 
vor 1997
Produkt: Baumaterial

thumb Philipp Holzmannthumb Holzmann AGWerkslok Holzmann

 

Anschluss:
 
Lenz Bau AG
Streckenkilometer:
1,1
 
Die Frankfurter Zweigniederlassung des Hamburger Unternehmens unterhielt bis zu seiner Insolvenz im Jahrr 1976 einen Lagerplatz für Baumaterial in Neu-Isenburg. Dieser verfügte über einen eigene Gleisanschluss an die Stichstrecke, der 1966 aus einem knapp 100 Meter langen Anschlussgleis bestand, das durch eine Gleissperre gesichert war und welches sich im Bereich des Lagerplatzes durch eine weitere Weiche in zwei Stumpfgleise verzweigte. Später wurde die Weiche aus- und der Anschluss auf ein einzelnes Stumpfgleis zurückgebaut.
 
Heute ist von dem ehemaligen Anschluss so gut wie nichts mehr vorhanden, als einziges Überbleibsel findet man das zugewachsene Einfahrtstor am Rande eines Parkplatz. Interessanterweise wurde der Anschluss organisatorisch dem Bahnhof Neu-Isenburg zugerechnet und nicht dem Güterbahnhof Neu-Isenburg Stadt.
Angelegt:
vor 1975
Abgebaut: 
vor 1987
Produkt: Baumaterial

thumb Lenz Bau AG - Luftbild 1966thumb Anschluss Lenz AG GleisplanAnschluss Lenz AG Westtor

 

Anschluss:
 
Frankfurter Kieselgurwerke Dr. Karl Klein GmbH
Streckenkilometer:
1,2
 
Der schon vorher in Neu-Isenburg ansässige und unter dem Namen Frankfurter Kieselgurgesellschaft firmierende Betrieb wurde Anfang der 20er Jahre von Dr. Karl Klein übernommen und erhielt in dieser Zeit sein Anschlussgleis. Auf einer undatierten Luftaufnahme erkennt man die rechts neben dem Gebäude liegenden Gleisanlagen.
Vorhanden:
seit 1922
Abbgebaut:
vor 1939

Anschluss Kieselgurwerk 1949thumb Anschluss Kieselgur HR 1922thumb Frankfurter Kieselgurwerke Luftbild

 

Anschluss:
 
Frankfurter Eisenbauanstalt Rohnstadt & Zweigle
Streckenkilometer:
1,3
 
Die am 9. Mai 1893 gegründete Firma besaß ein Zweigwerk am westlichen Ortseingang und beschäftigte zwischenzeitlich fast 50 Arbeiter. Der Gleisanschluss bestand aus einer über ein Anschlussgleis an die Stichstrecke angebundene Waggondrehscheibe mit zwei parallel zur Stammstrecke abgehenden Stumpfgleisen, von den eines in die Produktionshalle führte. Geliefert wurden von hier unter anderem Teile für die 1905/06 gebauten großen Pflanzenschauhäuser des Frankfurter Palmengartens.
 
Später wurden die Gebäude unter anderem von einer chemischen Wäscherei genutzt und stehen heute leer. Das Unternehmen Schoofs plant hier einen Neubau des angrenzenden REWE Markts. 
Vorhanden:
vor 1909
Abbgebaut:
1924
Produkte: Brücken, Hallen, Dächer, Kranbahnen, Türme und Masten, Gerüste, Industrielle Anlagen

Rohnstadt _Zweigle_Luftbild_2Rohnstadt _Zweigle_Gleisplan_1909Rohnstadt _Zweigle_Luftbild

 

Anschluss:
 
Leopold M. Kaufmann / Lederwerke AG / Blaut Verwaltungs GmbH
Streckenkilometer:
1,43
 
Ürsprünglich von der Firma Leopold M. Kaufmann angelegter und mit eigenen Güterwaggons betriebener Gleisanschluss, der später von einer Zweigstelle der Leder AG aus Offenbach übernommen. Eine frühe Aufnahme aus den 20er oder 30er Jahren zeigt eine im Werksgelände vorhandene Waggondrehscheibe, die in späteren Jahren jedoch entfernt und durch zwei Weichverbindungen ersetzt wurde. Eine Zustellung von Waggons fand bis in die frühen 80er Jahre statt und somit war es einer der bis zuletzt bedienten Firmenanschlüsse. Noch heute ist die Weiche des Abzweigs in der Stichstrecke verbaut sowie Reste des Anschlussgleises im Straßenplanum erhalten. Die historische Gebäude wurden 2005 abgerissen und auf dem Gelände befindet sich heute ein Autohaus.
Vorhanden:
03/1913
Abbgebaut:
  2004
Produkte: Lederartikel, Herstellung, Vertrieb

Blaut AGGleisanschluss Leder AG Werke GleisplanLederwerke AG_Luftbild

 

Anschluss:
 
Deutsche Simca Vertriebs GmbH
Streckenkilometer:
1,7
 
Die Automarke Simca (heute Peugeot) unterhielt in Neu-Isenburg eine zentrale Vertiebsstelle, die bis in die 70er Jahr über einen eigenen Gleisanschluss bedient wurde. Dieser bestand aus einem nach Süden in das Werksgelände führenden und durch eine Gleissperre gesichterten Stumpfgleis. Am Ende des Gleises befand sich eine Rampe, über welche die zugestellten Autotransportwaggons entladen wurden.
Vorhanden:
unbekannt
Abbgebaut:
nach 1978
Empfang: PKW
 
Versand: -

thumb Anschluss Simca Vertriebs GmbH LuftbildAnschluss Simca Vertriebs GmbH Gleisplanthumb Anschluss SIMCA Neu-Isenburg

 

Anschluss:
 
Peter Fischer AG
Streckenkilometer:
  1,7
 
Das Anschlussgleis zweigte über die Weiche 404 nach Südosten aus der Stammstrecke ab und war mit einer Gleissperre (XLIV) gesichert. Über eine Waggondrehscheibe im Werksgelände ging ein weiteres, 180 Meter langes Stumpfgleis nach Süden ab. Die Drehscheibe ist zwar auf Stadtplänen nicht eingezeichnet, aber durch das Luftbild und den Bundesbahn Gleisplan belegt. In der Vergrößerung der Luftbildaufnahme sind ein Flachwagen mit Bremserhaus sowie ein Kesselwagen zu erkennen.
Vorhanden:
05/1921
Abbgebaut:
vor 1978
Empfang: Metall, Chemikalien, Kohle
 
Versand: Rohre

Peter Fischer_Ag_LuftbildAnschluss P. Fischer AG GleisplanPeter Fischer_Ag_Luftbild_1966 

Anschluss:
 
Frankfurter Emaillierwerke
Streckenkilometer:
2,0
 
1897 gegründet und ebenfalls eine der ersten Firmen mit Gleisanschluss an der Verbindungsbahn. Der Anschluss bestand lediglich aus einem etwa 50 Meter langen Stumpfgleis, welches über eine Rechtsweiche aus der Stammstrecke nach Süden abzweigte.
 
Auf dem Luftbild sieht man die noch unbebaute Kreuzung Rohnstraße (heute Hugenottenalle) und Gleisstraße (heute Schleussnerstraße), auch das Stellwerk der Güterbahnhofs ist noch nicht vorhanden. Die Aufnahme dürfte in den 20er oder 30er Jahren entstanden sein.
Vorhanden:
ab 1909
Abbgebaut:
vor 1975
Produkte: Email- und Blechschilder

thumb Anschluss Frankfurter Emaillierwerke Gleisplan 1909thumb Frankfurter EmailierwerkeAnschluss Frankfurter Emaillierwerke Gleisplan 1951

 

Anschluss:
 
Holzhandlung Phlilipp Krebs
Streckenkilometer:
2,15
 
In den Anfangsjahren des Güterbahnhofs unterhielt diese Firma einen Anschluss für ihr Holzlager, der aber wohl schon in den 30er Jahren wieder aufgegeben wurde. Ein interessantes Überbleibsel ist das dem Winkel des Anschlussgleise geschuldete, schräg zur Nord-Süd-Achse liegende Flurstück, welches heute noch im Stadtplan erkennbar ist.
 
Später wurde der Anschluss von einem Zulieferbetrieb der Lederindustrie übernommen, der Tannon Werk GmbH, einem Hersteller für Gerbstoffe.
 
Auf einem Stadtplan aus den 50er Jahren ist eine geplante, aber nie verwirklichte Verlängerung des Anschlusses als Industriestammgleis zu sehen, welches ab dem Bahnübergang Hugenottenallee in einen 180 Grad Bogen zurück nach Westen und anschließend parallel zur Dornhofstraße geführt wird.
Vorhanden:
ab 1909
Abbgebaut:
vor 1951
 

 

 

Anschluss:
 
Firma W. Luft / BfB Verwertungsstelle
Streckenkilometer:
2,15
 
Dieser umfangreiche Gleisanschluss mit eigener Werkbahn wird in einem gesonderten Abschnitt vorgestellt.
Vorhanden:
11/1914
Abbgebaut:
2006
Produkte:

Anschluss BfB Verwertungsstelle LuftbildAnschluss BfB Verwertungsstelle GleisplanAnschluss BfB Verwerungsstelle

 

Anschluss:
 
Emil Brescius GmbH / Bleier & Voss Chemie
Streckenkilometer:
2,4
 
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Vorhanden:
06/1909
Abbgebaut:
1981
Produkte:  

1909 HR Nr. 11 - Anschluss Dr. Adolf Barth und Karl BarthAnschluss Adolf Barth 1915Brescius Neu-Isenburg 3

 

Anschluss:

 
Ch. Oestreich Kohlenhandlung

Streckenkilometer:

 
 

Bezug von Kohlen durch Einzelwagenverkehr.

Vorhanden:

 

Abbgebaut:

 

 

 

Anschluss:

 
Franz Hof - Panzer Sparbau Werk System Hof

Streckenkilometer:

2,66
 
Im Jahr 1919 erfuhren die Gleisanlagen des Güterbahnhof eine erneute Ergänzung, als diese zum ersten Mal über die Frankfurter Straße erweitert wurden. Neuer Anschließer wurde die Firma für Schornsteinbau Franz Hof. Es ist möglich, dass das in einem 90 Grad nach Süden abbiegende Gleis auch zur Kiesverladung der in diesem Bereich befindlichen Sickergrube genutzt wurde.

Vorhanden:

08/1919

Abbgebaut:

vor 1961

 

Franz HofAnschluss Franz Hof 19301919 HR Nr. 25 - Anschluss Franz Hof